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läſſiger wie Andere, die doch in ihrem Leben eine wichtige Stelle einnehmen ſollten. Nelly hatte ſich aus⸗ geklügelt, daß man in allen ſolchen Familienangelegen⸗ heiten viel eher den Freund als den Geliebten zu Rathe ziehen dürfe. Der Geliebte, ſagte ſie bei ſich, will nur dich und nimmt keinen wirklichen Antheil an der Fa⸗ milie, er will dich in ſeine Intereſſen hineinziehen, aber ſich nicht einmiſchen in die deinigen; er hat dich lieber, deshalb iſt er ſtrenger im Urtheil. Er will eben nur dich. Dieſer Gedanke trieb ihr das Blut in die Wan⸗ gen und beruhigte ſie auf kurze Zeit, denn iſt es nicht immer ſchmeichelhaft zu wiſſen, daß man geliebt wird? Aber John Vane ſah klarer als Nelly. Er wußte, daß zwiſchen den Verlobten nicht Alles in Ordnung war, er ſah aber auch, daß noch ein anderer Kummer ſie drückte, und in ſeiner Eigenſchaft als Freund be⸗ mühte er ſich, den rechten Weg einzuſchlagen, um ihr Vertrauen zu gewinnen.
„Was haſt Du nur immer mit Vane zu reden?“ ſagte Ernſt, als er Nelly zum Tanze abholte. „Ueber Innocenzia,“ entgegnete ſie ruhig.
„Ueber Innocenzia? Wahrhaftig ein höchſt intereſ⸗ ſanter Gegenſtand! Ihr ſaht Beide aus, als wäret Ihr mit ganzem Herzen dabei. Ein Uneingeweihter würde


