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„Nicht ganz ſo alt, aber doch alt— ziemlich alt an
Jahren,— viel, viel älter im Herzen.“ O wie Unrecht thun Sie ſich da ſelbſt!“ ſagte ſie. „Im Gegentheil, Sie ſind ſehr, ſehr jung. Ich kann das viel beſſer beurtheilen, weil ich nur Zuſchauerin bin. Sie ſind viel jünger und friſcher als Mancher, der nicht ſo alt iſt als Sie.“ Ihre ſchönen Augen wan⸗ derten im Saale umher, als ſie ſo ſprach, und es ſchien John Vane, als hätten ſie bei den letzten Worten auf Ernſt Molyneux geruht.
„Ihre Worte ſind mir ein Troſt,“ ſagte er und ſchüttelte den Kopf;„in der That bin ich auch in vieler Hinſicht noch ſehr jung und neugierig wie ein Kind. So kann ich z. B. gar nicht genug darüber nachdenken, — und Miß Eaſtwood, Sie müſſen ehrlich ſein,— was wol die eigentliche Urſache der Heirath unſerer armen kleinen Couſine ſein mag, und was ſie zu ihrer ſelt⸗ ſamen Flucht aus Sterborne veranlaßt hat.“
Unwillkürlich erblaßte Nelly bei dieſen Worten und ein Zwieſpalt erhob ſich in ihrer Seele. Sollte ſie ihm eine ausweichende Antwort geben? Sollte ſie ihm aufrichtig antworten? Sie ſah ihm ernſt ins Geſicht, ihre natürliche Offenheit gewann die Oberhand und ſie ſagte haſtig:
„Mr. Vane, wenn ich Ihnen verſichere, daß ich es


