31
ſich mit Anſtand und fühlte ſich dennoch gewiſſermaßen gehoben, wie es wol jedem jungen Herzen unter zwanzig Jahren geht bei ſo viel Glanz, Muſik und Schönheit.
Nelly hatte bei Weitem nicht ſo viel erwartet, als der Abend ihr brachte. Ernſt war viel aufmerkſamer als je und wich faſt nicht von ihrer Seite; wahrſchein⸗ lich hatte ihn ihr energiſches Auftreten etwas erſchreckt und ihm die Möglichkeit einer Zurückweiſung unan⸗ genehm vor die Augen gebracht. Auch John Vane ſah wieder mit heller Stirne auf Nelly und bat ſie ſogar um einen Tanz. Mrs. Eaſtwood ſchien er abſichtlich zu vermeiden, nur Nelly ſuchte er auf.
„Wenn Sie einen ſo ſchlechten Tänzer haben wollen,“ ſagte er,„meine Tanzzeit iſt eigentlich ſchon längſt vorüber.“
„Und weshalb denn?“ fragte das Mädchen und blickte mit glänzenden Augen zu ihm auf. Es that ihr gut, ihn wieder in dem alten herzlichen Tone zu ihr ſprechen zu hören.
„Verzeihen Sie,“ ſagte er lachend,„ich werde alt. Nächſtens errichte ich ein Mönchskloſter in der Nähe der Kloſterſchule meiner Schweſter. Ich bin nicht wie Longue⸗ ville; mir kann Nichts die verlorene Jugend wiederbringen.“
„Aber Sie ſind doch nicht ſo alt wie Sir Aleris,“ rief Nelly.


