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„O nein, nein, bitte, glauben Sie das nicht! Sie war nur krank und fieberhaft erregt, weiter nichts!“ rief Nelly ängſtlich.
Wie ſehnte ſich das arme Mädchen, ihm ihr Leid anzuvertrauen, und doch wagte ſie es nicht. Wie gern hätte ſie ſich und die Mutter in ſeinen Augen gerechtfertigt, mochte die übrige Welt dann denken, was ſie wollte. Aber wie ſollte ſie das anfangen? Eine Weile noch ſtand Vane ſchweigend neben Nelly und grübelte, welches wol jenes angedeutete Geheimniß ſein könne. Nelly wenigſtens, ſo ſchloß er, war gänzlich ohne Schuld. Sie hatte jedenfalls nichts damit zu thun gehabt, vielleicht war ſie ja nur zu bald das zweite Opfer. Er hatte nicht ohne Intereſſe die Begrüßungen der beiden Fa⸗ milien beobachtet und keine Veränderung wahrgenommen; es war dieſelbe bitterſüße Freundlichkeit von der einen, dieſelbe gedrückte Stimmung von der andern Seite. Auch das war ihm klar: Nelly ſah nicht glücklich aus. Wes⸗ halb hatte ſich die geſchäftige Mutter nicht lieber um ſie bemüht? Hatte nicht lieber hier gelöſt, ſtatt die arme Innocenzia zu binden? Endlich verabſchiedete er ſich mit ſchwerem Herzen, voll Unruhe über ſeine Couſine, aber auch bekümmert um Nelly, deren Schmerz ihm ſo nahe ging und den er ſich doch nicht zu erklären wagte. Allen Zorn aber warf er auf die„berechnende,“„kalt⸗


