—
„*
7
„aber ich begreife doch nicht, wie Du's über's Herz bringen kannſt, Innocenzia ſo'nem alten Patron wie dem Longueville zu geben. Weiß Gott, der ſieht ja
aus, wie hundertundfunfzig mindeſtens! Er hat alte
Manieren, alte Ideen, kurzum es iſt ein uraltes Haus, und ſie iſt kaum achtzehn Jahre alt. So was lieſt man eigentlich nur in Büchern. So was paſſirt gar nicht im wirklichen Leben.“
„Mein lieber Junge—“ proteſtirte die Mutter.
„Wenigſtens ſollte es nicht paſſiren,“ fuhr er fort, „und wenn Du ſagſt, es ſei Innocenzia's eigene Wahl geweſen, da frage ich Dich:— was weiß denn die da⸗ von? Ihr habt ſie überredet. Die ſchönen Kleider, die prächtigen Geſchenke, all der Glanz hat ihr den Kopf
verdreht——“
Dick hatte nämlich faſt den ganzen Tag damit zu⸗ gebracht, die Damen in der Wahl eines Seidenſtoffes zu
unterſtützen, und war nun, nachdem ſie vorüber, wüthend
über die Vergeudung ſeiner koſtbaren Zeit.
„Innocenzia macht ſich gar nichts aus ſolchen Sachen,“ ſagte der tieferblickende Plantagenet.„Iſt denn etwas geſchehen? Hat ſie Jemand gekränkt oder verletzt? Ich weiß nicht, was die Mutter mit den„Verhältniſſen“ meint. Ich glaubte ſtets, Innocenzia würde ihren An⸗ theil an unſerem Vermögen eben ſo gut bekommen als


