Teil eines Werkes 
3. Band (1874)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

208

nicht mehr ſprechen. Du ſorgſt ſchon dafür, daß ich ſie wol finde, wenn ich zurückkomme, denn dann müſſen wir berathen, was zu thun iſt.

Verlaß Dich auf mich, ich ſorge ſchon für das herzige Kind, ſagte die heitere Frau, und im nächſten Augenblick ſah ſich Innocenzia allein mit der ihr faſt fremden Frau, in fremden Räumen, hörte liebevolle Worte von fremder Stimme. Aber trotzdem kam ein wohlthuendes Gefühl von Sicherheit über ſie. Sie hatte ihre Bürde mit vollem Vertrauen auf Sir Aleris' Schultern gelegt, und vielleicht gab ihr gerade die Ver⸗ ſchiedenheit ſeiner Auffaſſung des Geſchehenen von der der Andern eine größere Zuverſicht, daß durch ihn Alles gut werden müſſe. Das Wie? freilich war ihr

nicht klar, denn traumgleich, wie ihr bisheriges Leben, lag auch das Kommende vor ihr.

Auch Sir Alexis wandelte wie ein Träumender durch die Straßen. Sein ganzes Innere war auf das Heftigſte bewegt und erſchüttert. War es denn möglich, daß mit ſeiner reizenden Innocenzia, mit dieſem köſt⸗ lichen Kleinod, das zu beſitzen er ſo ernſtlich geſtrebt hatte, zugleich ein ſo tiefer Schatten in ſein Leben trat? Denn ſeine Anſicht war eine ganz andere als die der Eaſtwoods. Er bezweifelte durchaus nicht, daß Amanda's Tod von der zu großen Doſis Opium herrühre. In⸗