200
„Ja,“ ſagte ſie wieder mit tiefem Ernſt, als be⸗ ſiegele ſie mit dieſen Worten ihr Schickſal. Er beugte ſich über ſie und küßte die weiße Stirn des jungen Mädchens, dann ſprang er haſtig auf und klingelte.
„Geh' augenblicklich zu meiner Schweſter,“ ſagte er zu dem eintretenden Diener halblaut, obgleich Inno⸗ cenzia ohnehin nicht darauf geachtet haben würde,„und bitte ſie, ſogleich zu mir zu kommen. Sie würde mir einen großen Dienſt erweiſen, wenn ſie in einer Viertel⸗ ſtunde hier wäre.“ Dann kehrte er zu ſeiner jungen Braut zurück.
„Innocenzia, mein Herzenskind, da wir das nun zwiſchen uns Beiden in Ordnung gebracht haben, ſo können Sie mit um ſo größerer Offenheit zu mir ſprechen. Was iſt denn geſchehen? Frederick hat ſich doch unmöglich unhöflich gegen Sie betragen? So glücklich ich auch darüber ſein muß, was auch geſchehen ſein mag, ſo bitte ich Dich doch: ſage mir,. vorgefallen iſt.“ Dabei zog er das liebliche Geſchöpf dichter zu ſich heran. Es war ihm ſelbſt kaum glaublich, daß es ſo ſein könne, daß ſie, die ſeine Werbung ſo ſcheu zurück⸗ gewieſen, ihm nun aus freier Wahl angehören wollte. Er fühlte ſich geſchmeichelt und gerührt und wußte kaum, was er denken noch was er ſagen ſollte.
„Ja,“ ſagte Innocenzia ſeufzend.„Aber ich habe


