Teil eines Werkes 
3. Band (1874)
Entstehung
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ſie dränge, das ſie für immer auseinander halte. Und der Mann der todten Amanda ſollte nun immer hier wohnen, ſie ſollte ihn täglich ſehen, nd liebte ſie? Daß dieſe Liebeserklärung freilich nur der Erguß eines Momentes geweſen, und daß derſelbe Mund bereits ihre Verbannung vorgeſchlagen hatte, das konnte das arme Kind nicht ahnen. Je mehr ſie daher darüber

nachdachte, je ängſtlicher wurde ſie. Wie ſollte ſie ihm

entgehen? Wie alle die alten liebgewordenen Gewohnheiten fortan laſſen, die ſo tief mit ihrem Leben verwachſen waren und die er, wie ſie meinte, als Bruder zu em⸗ pfangen berechtigt war? Seinen Arm nehmen, mit ihm plaudern das Alles durfte, konnte jetzt nicht mehr ſtatt⸗ finden. Aber wie ſollte das werden? Eine wahre Furcht vor Frederick's Liebe befiel das arme Mädchen, und doch war dieſe Furcht ſehr unnütz, denn eben hatte der junge Mann nach reiflicher Ueberlegung gefunden, daß er jedes wärmere Gefühl für Innocenzia erſticken müſſe, und er traute ſich Feſtigkeit genug zu, um das thun zu können. Doch jedenfalls hatte ſeine allzu lebhafte Gefühlsäuße⸗ rung das junge Mädchen jetzt ſo gewaltig aufgeregt, daß es ſich zu einer entſcheidenden That aufraffte. Sie konnte nicht ſchlafen. Die lange, lange Winter⸗ nacht, die gar kein Ende nehmen wollte, hindurch ſann ſie auf eine Löſung ihrer bangen Zweifel,