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„Früher dachteſt Du anders, Mutter,“ ſagte er. „Ich ſelbſt wünſchte von ganzem Herzen, daß es ſo
wäre, denn ſiehſt Du, eben dieſe Liebe giebt der ganzen
Sache erſt ihre Begründung und Wahrſcheinlichkeit. Ein Mädchen thut ſo etwas nicht für nichts und wieder nichts, aber ſobald der Grund aufgedeckt iſt——“
„Frederick, um des Himmels Willen, Du ſprichſt nicht blos, als ob ſie es gethan, ſondern als ob ſie es gewollt hätte!“
„Ich ſpreche ſo, wie Batty und wie jeder Advocat ſprechen würde, dem man die Sache vorlegte,“ ſagte der Sohn mit düſterer Miene.„Das Beſte würde ſein, Mutter, wenn wir ſie fortſchickten. Vielleicht nach Italien, das kennt ſie am beſten—“
„Ich kann des Kindes Schickſal um ſolcher Urſache willen nicht aus den Händen geben,“ rief die gutherzige Frau.„Sie fortſchicken, als wäre ſie ſchuldig— ſie aus dem Hauſe verbannen—— nimmermehr!—“
„Leichter wird es ſein, derartigen Fragen auszu⸗ weichen, als ſie zu beantworten,“ erwiederte der Sohn. „Wird ſie erſt einmal beſchuldigt, dann bringt ſie Un⸗ glück und Schonde über unſer ganzes Haus. Mich würde man möglicherweiſe auch mit hineinziehen. Und ſiehſt Du nicht ein, daß ſelbſt eine Freiſprechung für uns doch noch immer entſetzliche Folgen haben würde?


