Teil eines Werkes 
3. Band (1874)
Entstehung
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damit uns Andere glauben ſollen! Ihr Männer wißt nicht, wie viel Schweres ſo ein armes Mädchen durchzu⸗ machen hat!“ Dieſer ſeltſame und räthſelhafte Ausbruch erfüllte die Bruſt ihres Zuhörers mit Gefühlen, die ich nicht zu ſchildern verſuchen will. Er glaubte ſie zu ver⸗ ſtehen, und ſein ganzes Herz ſchmolz dem Mädchen gegen⸗ über, deſſen Lage er nur zu oft ſchon zum Gegenſtande ſeines eifrigſten Nachdenkens gemacht hatte. Er legte einen Augenblick ſeine Hand auf die ihrige wie zum ſtummen Zeichen ſeiner Sympathie. Aber als er es that, fiel wieder eine Thräne aus ihren Augen herab auf dieſe Freundeshand, und ehe er es wußte, ſtanden auch ſeine freundlichen Augen voll Waſſer. Nelly erſchrak und haſtig die Thränen mit ihrem Tuche trocknend rief ſie:„O ich bitte um Verzeihung!“ Dann ſchlug ſie die Hände vor die heißen Augen und das tief erglühende Geſicht.

In eben dieſem Augenblicke trat Molyneux herein. Es iſt nicht zu verwundern, daß er erſtaunt ſtehen blieb, als er die Stellung der Beiden und ihr Alleinſein mit einem Blicke erfaßte. Nelly weinend und Mr. Vane dicht neben ihr, mit einem ſo erregten Geſichte, daß man klar darauf leſen konnte, was er gerne verborgen gehalten hätte.

„Na nun? Was iſt denn hier los?“ rief Ernſt, auf