—
197
wollen Sie dann an mich denken? Ich will auch nicht mehr böſe ſein, wenn Sie mir das verſprechen.“
„O ja, gewiß,“ rief ſie freudig.„Ja, ich verſpreche es. Ich will an Sie denken, ich will zu Ihnen laufen. Es iſt zwar wohl nicht möglich,“ fügte ſie halblaut hinzu, „daß ſie mich fortſchicken werden, oder daß ich fort möchte; aber wenn——“
„Dann kommen Sie zu mir?“
„Ja, gleich. Ich denke daran. Ich verſpreche es feſt, feſt!“ Und bei dieſen Worten wurde der Blick der ſonſt ſo ſtillen Augen wirklich warm, und ſie ſtreckte ihm die kleine Hand hin. Aber ſelbſt in dieſem Augenblicke, wo jene träumeriſche Unberührtheit von ihr wich, glich ſie doch viel mehr einem lieben, herzigen Kinde, und das empfand auch der alternde Mann. Er ſtand auf, beugte ſich über ſie und küßte ihre klare Stirne. Sie zuckte leiſe zuſammen, empfing aber den Gruß ohne Erröthen, nur mit einem ernſten Blick in ſein Geſicht. Böſe konnte er doch nicht mit ihr ſein, da er ihr dieſes Freundſchafts⸗ zeichen gab? Das beruhigte ſie. Sir Aleris aber nahm ſeinen Hut und ging, zwar enttäuſcht, aber doch auch ernſtlich gerührt, nach ſeinem glänzenden Hauſe zurück, welches er ſo eben einem Kinde zu Füßen gelegt hatte. Denn daß eben dieſes Kind, mit ihrer holden Einfalt des


