Teil eines Werkes 
2. Band (1874)
Entstehung
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Ja, entgegnete ſie.

So alt wie Ihr Vater, und Sie ſind nur ein Kind im Vergleich zu mir. Jung an Jahren, jünger noch an Erfahrung.Sagen Sie das, weil ich nicht ſehr klug bin? ſagte Innocenzia, mit einem ſchmerzlichen Blicke.

Nein, durchaus nicht. Ich will gar nicht, daß Sie klug ſein ſollen. Ich will Sie grade ſo wie Sie ſind

Das Mädchen blickte wieder mit dem ſanften, rüh⸗ renden Lächeln zu ihm auf und machte ſogar eine Be⸗ wegung, als ob ſie ihre Hand in die ſeine legen wollte, zum Beweis ihrer Freude über das Geſagte. Sie hielt ſich aber zurück, denn ſie hatte doch ſchon gelernt, daß man mit ſolchen Gefühlsäußerungen vorſichtig ſein müſſe. Sir Alexis war immer ſehr gut gegen die junge Fremde geweſen. Er hatte ſie wie ſein Lieblingskind verzogen und verwöhnt, hatte ihr Blumen, Früchte und hübſche Geſchenke gebracht und hatte nie ein tieferes Verſtändniß oder eine Erwiederung verlangt, außer ein Lächeln. Mit ihm fühlte ſie ſich gar nicht fremd und verlegen. Es fiel ihr auch nicht ein, danach zu fragen, was er eigentlich von ihr wolle. Aber gerade dieſe völlige Unbe⸗ fangenheit erſchwerte die Aufgabe des alternden Mannes, der als Liebhaber auftrat, um ein Weſentliches. Er blieb eine Weile ſtumm neben ihr ſitzen und ſah ſie ſchweigend