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ſollte, ohne auch nur eine Hand ſelbſt zu rühren. Der Ton, mit dem er darüber oft mit Nelly ſprach, ver⸗ wundete das liebe Mädchen im tiefſten Herzen.
„Wir ſind ja jung,“ hatte die arme Nelly wohl einmal zu ihm geſagt:„wir können uns ja mit Wenigem behelfen. Was liegt am Gelde?“
Daran liegt ſehr viel,“ war Ernſt's Antwort. „Wol ſind wir jung, aber gerade deshalb ſollen wir ſorglos leben. Die Alten haben ihr Leben genoſſen. Glaubſt Du, daß ſie ſich noch ſo freuen können wie wir jungen Leute? Dieſe Art von„Hundehütten⸗Philoſophie“ kann ich nun einmal nicht begreifen,“ ſagte der junge Mann, und ſein hochmüthiges Gebahren ließ Nelly's klarere Einſicht ſich ſcheu zurückziehen.
Eines Tages ſaß ſie in einem kleinen Arbeitsſtuhl unter der Linde und blickte mit Sorgenfältchen auf der jugendlichen Stirne in das grämliche Geſicht ihres Ver⸗ lobten, der mit ſeinem Stöckchen die jungen Schößlinge der Linde, die ſich wie ein kleiner Wald rings um den Baum erhoben, niederſchlug. Es war Herbſt, und die Blätter fielen. Ernſt hatte die eine Hand in der Taſche, während er mit der andern ſo nutzlos zerſtörte. Nelly ſah wie fragend nach ihm hin. Sie hätte ſo gern ſein Innerſtes ergründet. Noch hielt ſie ihn für
beſſer als er wirklich war, aber welches liebende 12*


