Teil eines Werkes 
2. Band (1874)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

einer anderen Welt, ohne Thätigkeit, ohne Freude und, wie es ſchien, ohne allen Zweck auf dieſer Erde.

Eine Ausnahme von der Regel gab es aber doch. Innocenzia hing an Frederick etwa ſo, wie eine Wilde an dem weißen Manne hängt, der ſie aus den ewigen Wäldern heraus in die fremde ſchöne Welt des civili⸗ ſirten Lebens geführt hat. Ihn allein kannte ſie, die Anderen nicht. Frederick war ihr wie ein Erlöſer er⸗ ſchienen, der einzige Lichtſtrahl in ihrer Dunkelheit, der einzige Menſch, den ſie verſtehen konnte unter all

den neuen Geſichtern, welche ſie umgaben. Aber nicht

etwa, daß ſie ſich deſſen bewußt geweſen wäre, was ſie eigentlich zu ihm hinzog, oder was ſie ſo von ihm ab⸗ hängig gemacht. Als Mrs. Eaſtwood ſie an jenem Abend auf dem Vorſaal ſeiner wartend gefunden, hatte ſich vor den Augen der entſetzten Mutter gleich eine völlige Liebesgeſchichte entwickelt; ſolche Ideen kamen Innocenzia gar nicht in den Sinn. Sie war ſo unſchuldig wie ein Kind: Liebe und Leidenſchaft waren ihr fremde Begriffe. Dennoch war ihr Gefühl für Frederick das einzige, das ſie aus ſich herauszubringen vermochte. War er da, ſo hatte ſie nur Augen für ihn; ſprach er, ſo hörte ſie zu, auch wenn ſie es nicht verſtand; ſchon der Ton ſeiner Stimme wirkte belebend auf ſie. Wenn er ſie auf etwas aufmerkſam machte oder ihr etwas erklärte, ſo gab ſie