S0
blicken laſſen. Endlich kündigte dieſer den Beſuch ſeines Vaters an, welcher eines Tages, ehe er in die Ge⸗ richtsverhandlung ging, im Hauſe vorſprechen wollte. Mrs. Eaſtwood hatte ſich durch dies Benehmen in ihrer Würde ſehr verletzt gefühlt, und obgleich ſie dem jungen Manne nach wie vor geſtattet hatte, täglich zum Eſſen zu kommen, ſo wurde ſie doch immer kühler gegen ihn. Das machte nun wieder Nelly unglücklich, und ſie ſchmeichelte an der Mama herum, hing das Köpfchen und ſah mit flehenden Augen zu ihr auf.
„Aber Du haſt doch Ernſt noch lieb? Iſt's auch ganz gewiß, daß Du ihn lieb haſt?“ ſo frug ſie wohl zehnmal des Tages.
„Gegen Ernſt ſelbſt habe ich durchaus nichts ein⸗ zuwenden. Ich bin nur empört über die Familie, die ſich allerdings nicht benimmt, wie ich es erwarten durfte,“ entgegnete die Mutter. So empfing ſie denn auch die endliche Ankündigung des Beſuches von Mr. Molyneur mit großer Würde. Sie wollte es Niemand merken laſſen, daß ſie doch aufgeregt war. Nur wurde das Frühſtück etwas früher genoſſen und ſchnell beſeitigt, damit auch Alles in Ordnung wäre, wenn der geſtrenge Herr käme. Mrs. Eaſtwood pflegte alle Sachen von Wichtigkeit im Speiſeſaale zu verhandeln. Er ſah ſo feie aus mit den hochlehnigen geſchnitzten Stühlen
1*


