Teil eines Werkes 
4. Band (1865) Der Ehestand / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventlow
Entstehung
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Längſt vergeſſene Ereigniſſe tauchten vor ihrem Ge⸗ dächtniß auf. Sie hatte Jean wieder erkannt.

Mit den herzzerreißendſten Bitten ſuchte ſie ihn zu bewegen, daß er ihr geſtatte, nur auf einige Minuten ihr Kind zu ſehen, den Laut ſeiner Stimme zu hören.

Seine Antwort war ein Hohngelächter und er ſagte ſpottend:

Thörichtes Weib, wie kaunſt Du auf Erbarmen von dem hoffen, deſſen Leben Du zerſtört haſt? Ich habe dir meinen Haß geſchworen, und er iſt dir ge⸗ worden.

Den Augenblick darauf wurde Madame Roland von den Söldlingen der Republik fortgeſchleppt, ohne daß ſie ihr Kind zu ſehen bekommen hatte, und auf Jean's Befehl nach Saint Pelagie gebracht, jenem Kerker, der mit den tiefſtgefallenen, von Verbrechen und Laſtern beſchmutzten Weibern bevölkert wurde.

Ohne Zweifel war dieß das bitterſte all ihrer Leiden. Es ſchien, als ob dieſe entſetzliche Grauſamkeit ſie verſteinert hätte, und der Ausdruck, den ihr Ge⸗ ſicht annahm, als Jean mit einein Tone ſataniſchen Hohnes gegen ſie äußerte, ſie werde hier keines Zeit⸗ vertreibs bedürfen, da die Geſellſchaft ſehr zahlreich wäre, hatte die Wirkung, daß er aus dem Kerker hinwegeilte; er glaubte das Portrait zu ſehen, das er zuerſt von ihr gemalt hatte.

Nach ein paar Tagen wurde ſie aus dem ge⸗ meinſchaftlichen Gefängnißlokal hinweggenommen und erhielt ein beſonderes Gemach.

Als ſie in daſſelbe eingeführt wurde, war das

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