Teil eines Werkes 
4. Band (1865) Der Ehestand / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventlow
Entstehung
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Einige Zeit darauf erhielten etliche von Madame Rolands Freunden Zutritt zu ihr.

Sie gewann, da ſie von der Bekümmerniß der Gattin und Mutter nicht mehr gequält wurde, alle ihre frühere Energie wieder, und unter der immer ſich gleich bleibenden Sorge der ſchweigſamen Wärterin begann Madame Roland ihre Memoiren zu ſchreiben.

Eines Tags gab man ihr die Freiheit wieder. Sie wagte nicht nach ihrer Wärterin zu fragen, ſon⸗ dern eilte, nachdem ſie vergebens nur den Schatten von ihr wahrzunehmen gehofft hatte, in ihre Wohnung, um ihre Tochter zu umarmen.

Sie ſah das Haus; ihr Herz ſchlug vor Freude; aber in demſelben Augenblick ſtürzt eine Frau auf ſie zu und flüſtert im Vorbeigehen:

Treten Sie nicht hinein; folgen Sie mir ſogleich und in einigem Abſtande.

Welche Mutter würde wohl auf eine ſolche Warnung gehört haben, wenn ſie nur einige Schritte von ihrem Kinde entfernt war?

Madame Roland that es auch nicht, ſondern eilte durch die Thüre.

Als ſie die Hälfte der Treppe hinaufgekommen verſperrte ihr ein Mann mit den Worten den

eg:

Wenn die Nacht zum Tag wird, wenn die Strahlen der Sonne ſich in Finſterniß verwandeln, dann werden Sie Ihre Tochter wieder ſehen. Jetzt ſind Sie meine Gefangene. Fort von hier!

Madame Roland ſtarrte bebend den Mann an.