Teil eines Werkes 
4. Band (1865) Der Ehestand / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventlow
Entstehung
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lichen Theilung der Anhänglichkeit ſeiner Frau ge⸗ waltig fürchtete, ſie ſolle jeden Briefwechſel mit ihren Jugendfreundinnen abbrechen. Er forderte es als ein Opfer für ſeinen Frieden. Manon, welche ihre Pflichten gegen den Gatten höher als alle andern Gefühle ſetzte, brachte ihm dieſes Opfer ſowohl wie alle andern, welche er begehrte.

Manon hatte niemals der Anhänglichkeit von Marie in höherem Grade bedurft, als ſeitdem ſie ver⸗ heirathet war, und dennoch brach ſie auf ihres Man⸗ nes Geheiß jede Berührung mit derſelben ab. Alle die zärtlichen und flehenden Briefe, welche Marie ſchrieb, blieben unbeantwortet, und endlich hörte Marie auf zu bitten, da auf alle ihre Herzensergießungen keine Antwort erfolgte.

Vielleicht hätte Marie, welche tief und bitter darunter litt, ſich jetzt auch von der Freundin, die von ihr innig geliebt wurde und ihr theurer als das Leben war, vergeſſen zu ſehen, Manon aufgeſucht, um nach der Urſache von deren Stillſchweigen zu forſchen, wäre ſie nicht an das Krankenlager ihrer Mutter gefeſſelt geweſen.

Jahre vergingen, ohne daß das zerriſſene Band zwiſchen den Freundinnen wieder angeknüpft wurde.

Die Erinnerung an Marie wurde bei Manon ſo allmälig durch die ungleichartigen und großen po⸗

litiſchen Intereſſen, welche immer mehr in Manon's Seele Eingang fanden, zurückgedrängt, und zuletzt, da ſie als die geiſtreiche und bezaubernde Madame Roland 1791 in Paris auftrat, war das ſanfte Bild der Genoſſin ihrer Kindheit aus ihrer Seele verwiſcht