Teil eines Werkes 
4. Band (1865) Der Ehestand / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventlow
Entstehung
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Und Du verläſſeſt mich ohne Bitterkeit wegen des Leides, das ich dir wider meinen Willen zugefügt habe? fragte Manon.

Ach, Manon, es war ja ſo natürlich, daß Jean dich liebte. Wie könnte dieß mich zur Bitterkeit ſtimmen? Ich beklage nur, daß Du ſeine Gefühle nicht theilen konnteſt. Manon, es gibt keine Zeit, keine Trübſal, die meine Anhänglichkeit an dich ver⸗ mindern könnte.*

Einige Zeit verfloß, als Manon eines Tags einen Brief von Madame Briſſet erhielt, worin dieſe ſie bat, nach Verſailles zu kommen und der trauern⸗ den Marie durch ihre Gegenwart einige heitere Stun⸗ den zu ſchenken.

IV.

Der Sommer näherte ſich ſeinem Ende.

In Verſailles thronte Marie Antoinette in all ihrer Schönheit und ihrem Glanze, umgeben von dem Nimbus, welchen das Königthum verleiht.

Hoch oben unter dem Dache, in einer Boden⸗ kammer des Schloſſes, wohnten Marie und Manon. Das Gefühl, welches Manon empfand, als ſie den franzöſiſchen Hof und das Thun und Treiben daſelbſt in der Nähe zu ſchauen bekam, war von der Art, daß es ihrer Seele eine beſtimmte Richtung für die Zukunft gab.

Die offenen Tafeln, die königlichen Promenaden,