Teil eines Werkes 
4. Band (1865) Der Ehestand / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventlow
Entstehung
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238 nun wohl, Sie ſollen meinen Haß, glühend und unauslöſchlich, zu fühlen bekommen.

Marie genas.

Der Schlag hatte ihr Herz zermalmt und alle die lächelnden und ſchönen Hoffnungen, womit die Zukunft ſich für ſie ſchmückte, zerſtört; aber es war, als ob der bittere Schmerz, welchen ſie litt, und deſſen allerdings unſchuldige Urſache Manon war, nur noch inniger Marie an dieſe gefeſſelt hätte.

Die Glüceligkeit war dahin, Jean entflohen. Der letztere hatte Paris verlaſſen; aber Manon blieb zurück, und Marie ſuchte darin einen Troſt.

Wenn Marie, nachdem es mit ihr beſſer gewor⸗ den war, und Manon von Jean redeten, pflegte jene mit einem ſanften, traurigen Lächeln zu ſagen:

Wie undankbar von mir, mich zu grämen; ich habe ja dich. Gott iſt gnädig, ſo lang ich in meiner Nähe dich behalten darf.

Aber auch dieſe Freude ſollte ihr geraubt werden.

Madame Briſſet konnte es nicht aushalten, in Paris zu bleiben und es mit anzuſehen, daß Marie zum Gegenſtand des Geſchwätzes und der Vermu⸗ thungen für die Nachbarn werden ſollte.

Sie beſchloß deßhalb, zu einer Verwandten in Verſailles zu reiſen, deren Dienſt im Schloſſe ſie zu beſorgen übernahm, während jene einen Beſuch in ihrer Heimath machte. 8

Einige Wochen nach ihrer Geneſung wurde ſo⸗ mit Marie auch von Manon getrennt.

Im Augenblick des Abſchieds äußerte Marie:

Manon, meine Seele bleibt bei dir zurück.