Teil eines Werkes 
4. Band (1865) Der Ehestand / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventlow
Entstehung
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II.

Einige Tage ſpäter kam Jean zu Phlippon Er äußerte den Wunſch, ein Portrait von Manon nehmen zu dürfen, etwas, wozu der Vater des jun⸗ gen Mädchens mit ſichtbarer Zufriedenheit ſeine Ein⸗ willigung gab.

Jean kam jeden Tag in das Haus des Gra⸗ veurs und brachte ganze Stunden damit zu, Manon's Antlitz zu betrachten und, während ſie ihm ſaß, mit ihr ſich zu unterhalten.

Geblendet von ihrer Schönheit, bezaubert von der Anmuth in ihrem ganzen Weſen und entzückt von dem Blitzenden, Geiſtvollen und Kühnen in ihrer Konverſation, vergaß Jean ſeine Selbſtvergötterung, ſeine Verbindung mit Marie, ſeinen Ehrgeiz und alles Andere, um nur dem Gefühle ſich hinzugeben, welches mit jedem Tage ſtärker wurde.

So vergingen drei Monate, als er eines Sonn⸗ tags die Familie Phlippon, Madame Briſſet und Marie einlud, in ſein Atelier zu kommen und ſeine Gemälde in Augenſchein zu nehmen.

Als man in das Atelier trat, zeigte es ſich deut⸗ lich, daß es eigentlich nur um Manon's willen ge⸗ ſchah, wenn er dieſelben ſehen laſſen wollte. Von ihren Lippen wünſchte er ein Urtheil zu hören, aber gerade dieſe blieben hartnäckig geſchloſſen.

Marie ließ ſich einen Ausdruck der Ueberraſchung und des Entzückens nach dem andern entſchlüpfen; Madame Briſſet erklärte ſich für ſtolz auf ihren Bru⸗