Teil eines Werkes 
4. Band (1865) Der Ehestand / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventlow
Entstehung
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— war ſchwach. Je mehr er an Sirena und ihre Aufregung dachte, deſto mehr entſchuldigte ſein Herz dieſelbe und klagte ſich ſelbſt der Härte an. Er fand es natürlich, daß ſie, noch jung und ſchön, die Welt liebte, deren Zierde ſie war, und am Ende bildete er ſich ein, er habe durch ſeine Aeußerung über den Baron ſie tief beleidigt.— War es ſo ſehr zu ver⸗ wundern, daß Sirena während der ſchönen Jahrs⸗ zeit einige Wochen auf's Land hinaus wollte?— Nein, und Elvin ſchloß damit, daß er ſich als einen wirklichen Tyrannen betrachtete.

Er erhob ſich vom Sopha und war im Be⸗ griff, ſich zu ſeiner ſo tief verwundeten S zu begeben, als Amy eintrat.

„Guten Tag, Elvin!“

Amy's Geſicht war ſicherlich noch ebenſo hübſch, wie vordem, aber ein genauer Beobachter hätte doch

entdeckt, daß ihr Lächeln minder friſch war und über

der Roſe ihrer Wangen ſich ein Duft von Schnee verbreitete.

„Wie geht es Sirena?— Ich komme eigent⸗ lich, um mich zu erkundigen, ob ſie ihr Verſprechen, mit uns am Donnerſtag abzureiſen, halten wird.— Gewiß würde die Landluft ihr wohl bekommen,“ ſetzte Amy, Elvin freundlich zunickend, hinzu.

„Sirena iſt auf ihrem Zimmer; aber wenn Du erlaubſt, will ich ſie davon unterrichten, daß Du hier biſt.“

„Ich warte gern,“ antwortete Amy ſich ſetzend. Aber als ſie allein war, verſchwand das Lächeln von ihren Lippen und ein Zug bittern Schmerzes trat.