40
Sopha ſaß,„wenn ich dich darum bitte, daß Du Stralkrona's Einladung, einige Zeit bei ihm auf dem Lande zuzubringen, von der Hand weiſeſt, ſo bringſt Du gewiß mir zulieb dieſes Opfer.“
„Gewiß nicht, denn wozu ſollte eine ſolche Ent⸗ ſagung dienen?“ fragte Sirena in mißverguügtem Tone.
„Wie kannſt Du ſo reden, da Du weißt, daß ich dich nicht begleiten kann,“ bemerkte Elvin, indem er ſeinen Arm um ihren Leib ſchlang.
Sirena ſchob ihn kalt zurück und ſagte:
„Du biſt ein ſehr großer Cgoiſt.“ „Wie, ich?— der ich in dieſen achtzehn Mona⸗ ten, da wir verheirathet ſind, nicht einen einzigen Abend deiner Geſellſchaft genoß, weil Einladungen aus dem Hauſe hinweg und Gäſte hier deine Zait ganz und gar in Anſpruch nahmen.— Und gleich⸗ wohl, Sirena, da ich dich, den Gegenſtand aller mei⸗ ner Wünſche und Gedanken als Frau in mein Haus einführte, wie manchem ſchönen Traume gab ich mich hin, wie frohen Hoffnungen auf ein häusliches Leben voll Glück, wenn mein Blick immerdar deinem ſüßen Antlitz begegnen, wenn ich dich an meiner Seite fin⸗ den ſollte, gleich einem guten Engel meine Mühe und Arbeit erleichternd, dieſelbe verſüßend! Du machteſt für meine Phantaſie Alles, Geſellſchaft, Freude und Wonne aus.— Ach, Sirena! Wie ſchrecklich leer war nicht dieſe Heimath, wenn Du darin fehlteſt? Ich liebe die eiteln Freuden der Welt nicht, aber um deinetwillen habe ich daran
Theil genommen, ſo oft meine vielfachen Geſchäfte es
———


