Teil eines Werkes 
4. Band (1865) Der Ehestand / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventlow
Entstehung
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und daß Du dich von dergleichen unpaſſenden roman⸗ haften Empfindungen hinreißen läſſeſt.“ 8

Dieß wurde in ſtrengem Tone geſprochen, wo⸗ rauf der Baron hinauseilte.

Jetzt könnte ſich Amy nicht länger zurückhalten; ſie brach in Thränen aus. Bittere Zähren floßen über ihre Wangen, und Gott allein weiß, wie lang Amy geweint haben würde, wenn nicht eine männ⸗ liche Stimme ihr Ohr getroffen hätte.

„Wie, Kouſine, ich glaube, Du weinſt?“

Amy erhob ſchüchtern ihre Augen zu dem Fra⸗ genden, und vor ihr ſtand Baron Oſſians Kouſin, Lieutenant Brunel. In ſeinem ſchönen Angeſicht war eine wirkliche Theilnahme zu leſen.

„Das geht nicht an,“ fuhr er fort,„daß eine ſo junge Frau einſam daſitzt, ohne an der Freude des Balls Antheil zu nehmen;— ich komme gerade, dich um dieſen Walzer zu bitten.“

Amy fuhr mit dem Taſchentuch über ihr Geſicht und antwortete lächelnd:

„Ich bin ein verzogenes Kind, beſter Guſtar, welches gleich mit Thränen zur Hand iſt, deſſen Sorge aber ebenſo ſchnell verſchwindet als kommt, und darum nehme ich deine Aufforderung an.“

Brunel führte Amy in den Tanzſaal.

An einen der Thürpfoſten gelehnt, ſtand der Bezirksrichter Elvin da und ſah mit eiferſüchtigen, unruhigen Blicken, wie ſeine ſchöne Frau nun zum zweiten Mal mit dem artigen Baron walzte. Sicher⸗ lich kam es dem Beszirksrichter in ſeiner Unruhe vor, als ob Sirena freudiger ausſähe, als es ſich für ſie