.
— 4 n Das junge Mädchen ſtand vor dem Speg n und ſprach mit ihrem eigenen Bildniß. n„Ach, ach, liebe Amy, wie dein Mund ſo groß iſt, Du zeigſt alle deine zweiunddreißig Zähne, wenn Du lachſt— und dann die Naſe— die deutet auf einen bürgerlichen Urſprung hin. Wie wilſſt Du es e anſtellen, um ihr eine edlere Form zu geben?— Gymnaſtiſche Uebungen treiben! würde Helmine Hern⸗ u feldt antworten.
„Um meine Naſe etwas wie antik zu machen, werfe ich mich plumps auf die Gymnaſtik,“ ſang ⸗ Amy, im Zimmer herumtanzend; dann kehrte ſie s wieder zum Spiegel zurück.— Aber wenn mir auch
dieß und jenes fehlt, um eine Schönheit zu ſeyn, ſo habe ich doch ſtatt deſſen andere Gottesgaben; denn jetzt, nachdem ich Oſſian's Braut geworden, bin ich das glücklichſte Mädchen auf dem Erdboden. Ich muß doch wohl nicht ſo übel ſeyn, da er mich liebt. Wäre das nicht der Fall, ſo hätte er nicht um mich gefreit und...“ „Und hätteſt Du nicht ſo viel Geld von deinen Eltern zu erwarten, ſo würde er weder ſich in dich verliebt geſtellt, noch um dich gefreit haben,“ fiel eine männliche Stimme von der Thüre her ein. „Ah ſieh da, Erik— willkommen bei mir, Du rarer Onkel, obwohl Du etwas geſagt haſt, das ſehr n unfein und häßlich war. Pfui, von Geld zu ſpre⸗ d chen, wenn Du Oſſian nennſt! Achk würdeſt Du ihn kennen, ſicherlich bereuteſt Du, ihn des Eigen⸗ 3 nutzes beſchuldigt zu haben.“ 2


