Teil eines Werkes 
3. Band (1875) Zwei Brüder / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Emil J. Jonas
Entstehung
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lich, daß Du auf keine beſſere Weiſe Deinen Unterhalt zu verdienen vermagſt? fragte der Student.

Oskar wurde blutroth und mit dem ganzen Stolz eines fünfzehnjährigen Jünglings antwortete er:

Vögel zu fangen und zu verkaufen iſt erlaubt, und mit dem, was ich verdiene, hoffe ich mir einen Weg zu bahnen, um meiner Tante, welche jetzt durch ihrer Hände Arbeit für ſich und mich ſorgt, in Zu⸗ kunft helfen zu können.

Ah ſo, Du denkſt ſchon an die Zukunft, fiel der Student ein;aber wahrhaftig, Junge, als Vogel⸗ fänger möchte ich Dir keine große Zukunft in Ausſicht ſtellen. Das Gewerbe verſchafft Dir für den Augen⸗ blick vielleicht einige Stüber und dieſe erhältſt Du obendrein als Belohnung für das Leimen dieſer unglück⸗ lichen kleinen Geſchöpfe. Lerne ein Handwerk und treibe Dich nicht mit Deinem Bauer auf den Straßen umher. Das iſt mein Rath.

In demſelben Augenblick, als er dies ſagte, öff⸗ nete er die Thür des Bauers, und bevor es noch der Knabe zu verhindern vermochte, waren alle Vögel davongeflogen. Ein Ausruf des Erſtaunens und Erſchreckens entſchlüpfte dem Gefangenwärter der Be⸗ freiten. Der Student lachte und nahm ſeine taſche hervor.