Teil eines Werkes 
3. Band (1875) Zwei Brüder / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Emil J. Jonas
Entstehung
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jenige, welchen ich bewunderte. Er war auch ganzer ſechs Jahre älter als ich und durch ſeine Zärtlichkeit für mich und ſeinen Verſtand mein Leitſtern zum Guten und Rechten.

Gerhard dagegen machte die Freude und die Qual meiner Kindheit aus. Seine kecke Luſtigkeit ergötzte mich, ſeine Heftigkeit erſchreckte und thranniſirte mich.

Luſtig, verwegen, kühn und launenhaft, war Ger⸗ hard für mich ein wahres Fieber. Ich wußte von einem Augenblick zum andern nicht, wie er gegen mich ſein würde; denn es bedurfte blos eines Wortes, um ihn unfinnig zu machen. Spielten wir, ſo langweilte er ſich ſogleich am Spiel und eilte von einem zum andern. Er konnte eine Sache mit der größten Be⸗ gierde wünſchen, ſobald ihm ein Hinderniß entgegen⸗ ſtand, und dann Allem trotzen und Leben und Glieder dafür wagen. Aber wenn er das erſehnte Ziel erreicht hatte, war das Wohlgefallen dahin, und dieſelbe Sache, welche er mit Blut und Leben hatte gewinnen wollen, war, ſobald er ſie hatte, von keinem Werthe mehr für ihn.

Eines Abends hatte er hoch auf einem Baume, der ſich über einen Bach neigte, ein Vogelneſt entdeckt. Er erzählte dies, und daß er am folgenden Tage wil⸗ lens ſei, das Neſt herunterzuholen.

Der Morgen kam, und er begab ſich ſchon mit