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Sonnenaufgang dorthin. Er kletterte bis zur Spitze des Baums hinauf; aber es war ihm Jemand zuvor⸗ gekommen. Aus Aerger darüber, daß er in ſeinen Hoffnungen getäuſcht worden war, warf er ſich unvor⸗ ſichtig vom Baume herab und wurde blutend und ſchwerverwundet nach Hauſe getragen.
Ein anderes Mal wollten Rolf und er einen Ritt nach der Ebernburg hinauf machen. Gerhard behaup⸗ tete, daß er zuerſt dorthin kommen würde. Rolf's Pferd war jedoch ſchneller als das Gerhard's, ſodaß er ein paar Minuten früher als ſein Bruder ankam, was dieſen ſo aufregte, daß er im Begriff ſtand, ſich von den Trümmern des großen Wartthurms herabzuſtür⸗ zen, der auf der Spitze des Felſens ſteht und über einer Tiefe von mehreren hundert Fuß hängt. Er wollte in Allem der erſte ſein und ertrug es nicht, daß man ihm das Recht beſtritt und ſeinen Wünſchen Hinder⸗ niſſe in den Weg legte.
Daß eine ſolche Gemüthsart unaufhörlich dem Verdruſſe und der Beſtrafung eines klugen und unſich⸗ tigen Vaters ausgeſetzt war, verſteht ſich von ſelbſt; aber Strafen und Vorſtellungen bewirkten keine Ver⸗ änderung. Gerhard fürchtete keine Strafe und achtete auf keine Vorſtellungen, weil er Niemand oder nichts ſo ſehr liebte wie ſeine eigenen Wünſche.


