Teil eines Werkes 
3. Band (1875) Zwei Brüder / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Emil J. Jonas
Entstehung
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Am Morgen darauf fand man die unglückliche Mutter leblos in ihrer Tochter Kammer liegen, und in dem Bette des jungen Mädchens ſchlief derſelbe alte Eſel, den Satan für Erbauung der Burg erhalten hatte.

Gretchen pflegte dieſe Sage ſtets mit den Worten zu ſchließen:„Die Sage geht, daß die Liebe, welche in der Gegend der Ruine des Rheingrafenſteins er⸗ blüht, unglückbringend für die Liebenden iſt, und daß der Fluch, der auf der Burg ruht, nicht eher gelöſt werde, als bis die Geiſter Adelgundens und Eberhard's verſöhnt und die erſtere aus ihrem unterirdiſchen Ge⸗ fängniſſe erlöſt ſein und die Verzeihung der heiligen Mutter erhalten haben würde. Dies wird geſchehen, wenn hier auf dieſem Platze, auf welchem Adelgunde ihre Treue gegen Eberhard brach, zwei treue Herzen einander entgegenſchlagen.“

So lautete die Sage, welche ich von Gretchen hörte, und das war die abergläubiſche Moral, die ſie hinzufügte und welche, oft wiederholt, in meinen Kin⸗ derjahren einen tiefen Eindruck auf mich machte.“

Frau Spindler ſchwieg und ſaß eine Zeit lang in Gedanken vertieft, worauf ſie wieder zu ſprechen anfing:

„Nachdem ich Ihnen nun die eigentliche Sage mit⸗