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Grafen, welche den Streich, den ſie dem Teufel ge⸗ ſpielt, und die Rache, welche er ihr geſchworen, völlig vergeſſen hatte, weckte ihren Gemahl und erzählte ihm die gehabte Offenbarung. Der Graf lachte darüber und ſagte, daß ſie geträumt habe; dann wendete er ſich der Wand zu und ſchlief.
Die Gräfin konnte ſeinem Beiſpiele nicht folgen, ſondern eilte aus ihrem Schlafzimmer zur Kammer der Jungfrau.
Als ſie vor dieſelbe gekommen war, hörte ſie Waf⸗ fengeklirr in derſelben. Sie riß die Thür auf, und vor ihren erſtaunten Augen ſtand ein ſchauerlich anzu⸗ ſehendes Bild. Eberhard und Kuno kämpften mitein⸗ ander in hartem Streite. Adelgunde lag ohnmächtig in einer Ecke des Zimmers. Die unglückliche Mutter ſtieß einen Schrei des Entſetzens aus. In demſelben Augenblicke durchbohrte Kuno's Schwert das Herz ſei⸗ nes Bruders. Die Unglückliche ſah nichts mehr, ſon⸗ dern ſtürzte zu Boden, aber ſie hörte das herzzerreißende Schreien ihrer Tochter und Satans Stimme, die ihr zurief:„Deine Tochter hat ihre Treue gebrochen, ſie hat beide Brüder geliebt und war die Urſache zum Bruderzwiſt, zum Brudermord; jetzt gehört ſie mir.“
Ein Schwefeldunſt erfüllte die Luft. Es krachte plötzlich wie ein furchtbarer Donnerſchlag.


