Teil eines Werkes 
3. Band (1875) Zwei Brüder / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Emil J. Jonas
Entstehung
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Eberhard merkte, daß die Braut nicht mehr wie früher war. Er drang in ſie, ihm anzuvertrauen, was ihr junges Leben quäle, und bat ſie, ihm die Wahrheit zu ſagen. Aber Adelgunde wollte nicht ein⸗ geſtehen, daß ihr Herz ſeinen Glauben betrogen habe und dem Einfluſſe einer verbrecheriſchen Liebe zu dem Bruder ihres Verlobten anheimgefallen ſei. Sie ant⸗ wortete, daß ſie dieſelbe ſei.

Im großen Ritterſaale ſollte ein Gaſtmahl ſtatt⸗ finden, deſſengleichen man früher nicht geſehen hatte, denn der Graf wollte jetzt ſeine ſchöne Tochter ver⸗ mählen.

In der Nacht vor der Brautnacht konnte Adel⸗ gundens Mutter nicht ſchlafen. Eine namenloſe Un⸗ ruhe hatte ihr Herz erfaßt. Gegen Mitternacht lag ſie noch wachend im Bette und hörte eine Stimme, welche ſie beim Namen rief. Sie richtete ſich ſchnell auf und blickte nach der Gegend hin, woher die Stimme kam. Die heilige Jungfrau ſtand vor ihr und redete ſie folgendermaßen an:Unglückliches Weib, wie haſt Du über Dein Kind gewacht, daß Du es den Weg betre⸗ ten ließeſt, der zum Abgrunde führt! Stehe auf, ſchwache Mutter, geh'zu Deiner Tochter und ſieh, was aus ihr geworden iſt!

Die heilige Mutter verſchwand, und die Frau des