Teil eines Werkes 
3. Band (1875) Zwei Brüder / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Emil J. Jonas
Entstehung
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Adelgundens Hand zu begehren; der jüngere, Kuno, begleitete ſeinen Bruder.

Eberhard hatte einen offenen Sinn, ein edles Herz und war ſeiner Tapferkeit wegen bekannt. Kuno war ſchön und ein großer Dichter, der Männer und Frauen mit ſeinen Geſängen entzückte.

Als Eberhard um die Hand der ſchönen Adel⸗ gunde anhielt, welche ihr Vater ihm im voraus ver⸗ ſprochen hatte, erhielt er ſie von ihr, ohne daß er nö⸗ thig gehabt hätte, ſich auf die Zuſage des Vaters zu berufen, und ſo wurden die beiden verlobt.

Kurz darauf ward Eberhard einer Fehde mit einem andern Rheingrafen halber abberufen. Kuno blieb bei ſeines Bruders Braut zurück.

Er ſang Tag und Nacht von Liebesglück; er wußte dies Gefühl in feurige Worte zu kleiden, und Adelgunde lauſchte ſeinen Geſängen und ſeinen Worten dergeſtalt, daß ihr eigenes Herz dabei erglühte und ſie Eberhard vergaß.

Glücklich über ſeine vielen Siege kehrte der treue Bräutigam zurück, um ſeine Hochzeit mit Adelgunden zu feiern, die er von Herzen liebte.

Aber Adelgundens Blick war ſcheu, und ihre Wan⸗ gen waren bleich, und ſie glühte nicht mehr für den welchen ſie geliebt hatte.