3 23
Gemahlin im Schloſſe ſchliefen, trat Satan vor die letz⸗ tere hin und redete ſie an.
„Du glaubſt, daß Du mich zum Beſten haben kannſt“, ſagte er,„aber Du ſollſt erfahren, daß das nicht angeht. Du wirſt innerhalb dieſer Mauern eine Tochter gebären, welche an Schönheit und Anmuth alle Töchter des Landes übertreffen wird. Im Alter von ſiebzehn Jahren wird ſie die Verlobte eines edlen Ritters werden, aber am Tage vor der Hochzeit wird ſie entfliehen, und wenn Du ſie wiederfinden willſt, wird das in meinem Reiche ſein. Diesmal ſollſt Du Dich meiner Herrſchaft nicht entziehen.“
Die Jahre verfloſſen; die Gräfin vergaß die Worte des Teufels. Sie gebar eine Tochter, welche ſchön wie ein Engel und der Stolz der Eltern wurde.
Bei ihrer Geburt erinnerte ſich die Mutter der grauenvollen Prophezeiung, aber während das Mäd⸗ chen heranwuchs, fiel dieſelbe wieder in Vergeſſenheit.
Die ſchöne Adelgunde wurde weit ringsum ihrer Reize halber gerühmt. Von nah und fern kamen Ritter, um ihre Liebe zu gewinnen, und wetteiferten um den Preis ihrer Hand; aber ſie mußten ſich ohne Erhörung wieder entfernen.
Da fanden ſich zwei edle Ritter, Brudersſöhne ihres Vaters, ein. Der älteſte, Eberhard, kam, um


