235 von allen bewundert worden war? Ich konnte dieſe Verwandlung kaum faſſen.
„Du findeſt mich ſehr verändert, nicht wahr?“ ſagte er und ſetzte ſich neben mich.
Ich mußte dieſes leider bejahen. Er lächelte trau⸗ rig und ſagte, daß ihn das nicht wundere; er ſeiner⸗ ſeits finde, daß ich ſchöner geworden ſei, ſeitdem wir uns nicht geſehen. Alfred, meinte er, ſehe recht gut aus und dürfe der Stolz eines Vaters ſein. Er ſagte dies und viele andere ſchöne Phraſen, die herzlich klin⸗ gen ſollten; aber ach! die einſt mich entzückende Stimme hatte keine Wärme und das mir einſt ſo theure Angeſicht nicht den geringſten Ausdruck von Gefühl. Er ſprach und betrug ſich gerade ſo, als ob wir uns erſt tags zuvor getrennt hätten, und erklärte unge⸗ zwungen, daß er nun ins Vaterland zurückgekehrt ſei, um im Schvoße ſeiner Familie zu leben.
Seine ſämmtlichen Sachen beſtanden aus einer kleinen Reiſetaſche und ſeine Baarſchaft aus einigen Kupfermünzen.
Mein Mann blieb in der That in meinem Hauſe, und es folgte eine Reihe von harten und ſchweren Prüfungen. Er hatte ſich ans Spielen gewöhnt und vermochte ohne dieſe Aufregung nicht zu leben. Er war in K. geboren und hatte dort alte Bekannte,


