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halten und ihr Herz wäre für die Schweſter nicht er⸗
kaltet. Allerdings hätte der Vater dann fortfahren müſſen, zu arbeiten; er hätte mit Wenigem zufrieden ſein müſſen; allein ſicherlich wäre er dann glücklicher geweſen, als während der letzten Jahre, und er hätte mindeſtens Ruhe vor der Inſolenz eines Schwieger⸗ ſohnes gehabt, dem es nicht um ſeine Tochter, ſondern um ſein Beſitzthum zu thun war.
So dachte Gertrud, als ſie ſchließlich ſich noch ein Mal auf die wohbekannte Bank in der Laube ſetzte, wo ſie ſo oft während der Tage ihres jugendlichen Kummers geſeſſen und die Lectionen gelernt hatte, welche ſie ſich ſelbſt gab. Ihre Pläne für die Zukunft waren ja hier entworfen worden.„Durch Deine eigene Arbeit“, hatte ſie gedacht,„willſt und mußt Du die Zu⸗ kunft Deiner Lieben begründen, dazu biſt Du berufen.“ Und jetzt? Wie ganz verſchieden lag die Wirklichkeit von ihren damaligen Anſchauungen vor ihr. Dieſe Wirklichkeit ſchloß ja alles Selbſtvertrauen aus, was damals und jetzt ihr ganzes Weſen erfüllte, und dieſe Enttäuſchung, dieſer wenig erfreuliche Gedanke ſtimmte ſie ſehr ernſt.
Sollte es denn nur ein leerer Wahn ſein, dachte ſie, daß ein Menſch im Stande wäre, ſein eigenes Geſchick anbahnen zu können? Sollte die energiſche


