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gerechtigkeit begangen, und jede Ungerechtigkeit rächt ſich ſelber! Wenn Du Deine eigene Schweſter eines ſo ſchweren Verbrechens beſchuldigſt und anklagſt, be⸗ gehſt Du eine Sünde, und die Strafe iſt die, daß Du Dich unglücklich fühlſt. Erhebe Dich, Iſabella, und zeige, daß Du ein Weib und nicht ein Kind biſt, das blind den Eingebungen ſeines Herzens folgt! Sieh mich an und ſage: Vermagſt Du etwas ſo Niedriges von mir zu denken, deſſen Du mich beſchuldigſt?“
Gertrud erfaßte bei dieſen Worten den Arm der Schweſter, hob ſie empor und zwang ſie, ihr grade ins Geſicht zu ſchauen.
„Was ſoll ich ſonſt glauben?“ ſtotterte Iſabella. „Ich bin ja ſelbſt Zeuge geweſen, wie gezwungen Du in Deinem Benehmen gegen Auguſt geweſen biſt, wie verändert Ihr gegenſeitig aufgetreten ſeid, ſeitdem wir hierher gekommen ſind und jetzt iſt es bereits ſoweit mit uns gekommen, daß er mich fühlen läßt, die Liebe, die er für mich hegte, ſei erloſchen!“
„Hat er Dir das geſagt?“ fragte Gertrud.
„Gerade heute hat er mir geſagt, daß meine Zärtlichkeiten ihn plagen, daß meine Liebkoſungen ihn ermüden“, brach Iſabella ſchluchzend aus.„Und wenn ich jetzt Alles zuſammenhalte, wenn ich an die Ver⸗
gangenheit zurückdenke, an Deine plötzliche Abreiſe aus Schwartz, Novellen I. 15


