Teil eines Werkes 
1. Band (1875) Gertrud's Zukunftstraum / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Emil J. Jonas
Entstehung
Einzelbild herunterladen

223

Schönheit einmal bei mir erweckte, iſt erloſchen, und werde ich in ökonomiſche Bedrängniſſe verſetzt, ſo werde ich nur den Fluch fühlen, mit einem kränklichen Weibe, das mir in jeder Hinſicht unterlegen iſt, verheirathet zu ſein! Ich würde es dann bitter bereuen, daß ich mein Geſchick an das ihrige feſſelte. Noch gebe ich der Hoffnung Raum, daß Du durch Deine Weigerung nicht dieſe Hölle für Iſabella hervorrufen wirſt! Denke wenigſtens über die Sache nach, ſchloß Auguſt, indem er ſich verbeugte und ging.

Beim Mittageſſen war Iſabella nicht ſichtbar; Auguſt erklärte, daß ſie ſich nicht wohl befinde und war trotz ſeiner weltmänniſchen Manieren äußerſt wort⸗ karg und zerſtreut. Nach Schluß der Mahlzeit äußerte er en passant zur Kammerräthin, daß er in einer Stunde nach Lugnet reiſen werde, um mit ſeinem Schwiegervater in Geſchäftsangelegenheiten zu ſprechen. Dies ſagte er zwar ſo leicht hin, ſchien aber die Ab⸗ ſicht zu haben, die Tante Marianne zu veranlaſſen, während ſeiner Abweſenheit ſich Iſabella's anzunehmen. Gertrud verſtand indeſſen ſehr wohl, daß die Benach⸗ richtigung von ſeiner Reiſe ihr galt, that aber, als höre ſie es nicht.