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zu breit; aber trotz dieſer Fehler war ihr Geſicht eins von denen, welche man gern betrachtet. Es lag Leben und Intelligenz darin. Wie ſie jetzt daſaß, ſah ſie bedeutend älter aus als die Schweſter, obgleich ſie eben jetzt erſt das ſechszehnte Jahr vollendete.
„Was iſt es mit Dir, mein Liebling? Du biſt mehr als gewöhnlich traurig heute Abend“, ſagte Ger⸗ trud mit einſchmeichelnder Stimme.
„Ich bin müde, ich wünſchte, es wäre vorbei mit mir“, antwortete Iſabella.„Du biſt glücklich, welche jetzt von mir geht, aber ich, ich bin gefangen hier, mein Leben gleicht dem der Galeerenſtlaven. Das Schlafzimmer der Mutter iſt eine Galeere und ſie ſelbſt eine Kette, welche mich gefangen hält. Vergebens bitte ich um Freiheit, ich bin feſtgeſchmiedet durch ihre Krankheit; ich werde niemals, niemals von ihrer tödt⸗ lichen Luft befreit werden!“ Iſabella barg ihr Antlitz an dem Buſen der Schweſter und weinte.
„Nicht ſo“, rief Gertrud; ſie erhob Iſabella's Ge⸗ ſicht und küßte die thränengetränkten Augen.„Ich werde Dir zeigen, daß die Stunde Deiner Freiheit bald ſchlagen wird.“
Iſabella trocknete ihre Thränen, ſah zur Schweſter mit einem ihr eigenthümlichen, verſchleiertem Blicke empor, ſchüttelte den Kopf und ſagte:


