Teil eines Werkes 
1. Band (1875) Gertrud's Zukunftstraum / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Emil J. Jonas
Entstehung
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15 Kind blickt. Es lag ein ſehr bemerkbarer Unterſchied in den Aeußerungen der Geſchwiſter.

Iſabella, älter als Gertrud, war noch nicht ſieb⸗ zehn Jahre alt, mittelgroß von Figur, fein und zart von Körper, mit regelmäßigen und harmoniſchen Zügen, einer ſchönen Geſichtsform und einer Haut, viel zu blendend weiß und von zu blühendem Schimmer, um von dauernder Geſundheit zu zeugen. Die Wogen des Blutes erſchienen und verließen die Wangen und ließen daher einen ſteten Wechſel zwiſchen Roſe und Lilie zu. Die großen dunkelblauen Augen waren ſchwärmeriſch und der ganze Ausdruck trug den Charakter der Weich⸗ heit.

Gertrud wiederum war hoch gewachſen, ſchlank, mit dem Stempel der Geſundheit und Kraft in ihrem Aeußeren, das ſcharf contraſtirte mit dem der Schwe⸗ ſter. Die feſten, aber abgerundeten Schultern und die hoch gewölbte Bruſt, die ſtolze Haltung des Kopfes, alles ſprach von friſcher Kraft und Energie der Seele. Das Haar war glänzend ſchwarz, die Augen dunkel und glänzend, die Haut gelind olivenfarbig, aber blühend, die Lippen friſch und lächelnd. Gertrud war eigentlich nicht ſchön, denn ihre Naſe hatte eine ent⸗ ſchiedene Geneigtheit, emporzuſtreben. Der Mund mit den ſchönen weißen Zähnen war groß und das Kinn