Teil eines Werkes 
1. Band (1875) Gertrud's Zukunftstraum / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Emil J. Jonas
Entstehung
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nehmen, und das bleiche Geſicht ſchien Farbe zu be⸗ kommen.Sie war von der erſten Stunde ihres Lebens mir eine Plage. Liebe Marianne, kannſt Du mich von dem Mädchen befreien, ſo iſt das die erſte gute Handlung, die Du gegen mich vollbringſt. Ich werde Dir dafür ewig dankbar ſein, werde alles Böſe zu ver⸗ geſſen ſuchen, was Du mir angethan haſt. Ach, wenn Du Dein Werk krönen und mir die Wohlthat erzeigen würdeſt, daß Du mich ſo ſchnell als möglich verließeſt, wäre ich Dir doppelt dankbar. Meine Kräfte ſind be⸗ reits von dem mir verurſachten Schreck ſehr erſchöpft.

Frau Blida's Haupt ſank wieder auf die Kiſſen nieder; ſie ſchloß die Augen und lag da, unbeweglich gleich einer Todten.

Die Lippen der Kammerräthin preßten ſich un⸗ willkürlich feſt zuſammen. Sie ließ die Bettumhänge fallen, und mit wahren Sturmſchritten näherte ſie ſich der Thür. Gerade in dem Moment, als ſie dieſelbe öffnen wollte, rief Blida:

Marianne, komm noch einmal zurück, ich habe Dir noch etwas Wichtiges zu ſagen.

Die Kammerräthin zögerte einen Augenblick, kehrte jedoch um und ſtand wieder neben dem Bette.

Nun, was willſt Du? fragte ſie, und nahm die eine Seite des Umhanges zurück.