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Mathilde oder Ein gefallsüchtiges Weib : Novelle / von Marie Sophie Schwartz : aus dem Schwedischen von Otto, gen. Reventlow
Entstehung
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aber jetzt iſt da nichts zu machen. Der Oberſt küßte Ebba auf die Stirne.

Ich nehme ihn doch, flüſterte Ebba ihm lächelnd in's Ohr.

Nachdem der Oberſt dem Künſtler gedankt, und Eduard aus Freude Tante Ebba geküßt, ſagte Carl:

Ich habe auch ein Weihnachtsgeſchenk und eine Ueberraſchung für Papa und Mama.

Jetzt kommſt Du wohl mit irgend einer neuen Dummheit, ſagte der Oberſt heiter:denn ſolche haſt Du immer vorräthig.

Curl nahm Ebba bei der Hand.

Dießmal dürfte Papa ſeine Worte zurücknehmen; denn das Geſchenk beſteht in einer Schwiegertochter und die Ueberraſchung darin, daß dieſe Schwieger⸗ tochter Ebba iſt.

Das iſt, bei meiner Ehre, das Vernünftigſte, was Du in Deinem ganzen Leben gethan haſt, mein lieber Carl; aber Ebba, wagſt Du es wohl, jenen Burſchen unter Dein Commando zu nehmen?

Ich bin wohl dazu gezwungen, falls er mich nicht unter das ſeinige nimmt, antwortete Ebba und ging hin um die Oberſtin herzlich zu umarmen.

Mox ſagte mit einem melancholiſchen Lächeln:

Auch ich habe meinen Eltern eine Schwieger⸗ tochter zu ſchenken. Marie hat heldennüthig ver⸗ ſprochen, ihr Leben Eurem armen Sohne zu opfern.

Möge Gott Euch ſegnen, meine Kinder, betete die Oberſtin andächtig und der Oberſt umarmte herz⸗ lich ſeine künftigen Schwiegertöchter.

Das nahm ein raſches Ende mit dem europäi⸗ ſchen Krieg, ſagte kurz darauf der Lieutenant, wäh⸗ rend die Geſellſchaft zum Zeitvertreib ſich damit be⸗ ſchäftigte, Nüſſe zu knacken⸗