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Mathilde oder Ein gefallsüchtiges Weib : Novelle / von Marie Sophie Schwartz : aus dem Schwedischen von Otto, gen. Reventlow
Entstehung
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Stimme;denn wie auch das Leben ſich geſtalten mag, von Deiner Seite weiche ich nicht, ſo lange meine Gegenwart für Dich ein Bedürfniß iſt.

Marie!

Max drückte feſt ihre Hand.Du ſprichſt vielleicht ſo aus Mitleid, aus Erbarmen, aus chriſtlichem Pflichtgefühl, weil Du Dich für verbunden hältſt, Dein Leben zur Sühne der Fehler Deiner Schweſter zu opfern.

Nein, ich ſpreche aus wahrer und inniger Hin⸗ gebung, antwortete Marie herzlich..

Weihnachtsabend machte endlich den häuslichen Geſchäften ein Ende und alle Zimmer auf Lungſtahof waren hell erleuchtet. Im Salon hatten Ebba und der Künſtler eben die jetzt zuſammengeſetzte Büſte von Guſtav Vaſa aufgeftellt, als der Oberſt vom Lieutenant und Carl begleitet, von der einen und die Obriſtin, Maria, Max und der kleine Eduard von der anderen Seite eintraten. Alle blieben beim An⸗ blick der Büſte plötzlich ſtehen.

Wie hängt das zuſammen? rief der Obriſt und ſtarrte ſeinen wiederhergeſtellten Liebling an..

Das bedeutet, lieber Onkel, daß an einem ſo fröhlichen Feiertage alle erlittenen Verluſte wieder erſetzt werden, indem ſie den kleinen Eduard an der Hand faßte und ihn zu dem Obriſten führte.

Ja, mit dem Beiſtande eines zarten Engels wird Alles gut gemacht, fiel der Lieutenant ein. Ihre Gnaden hat hier die Rolle des Engels geſpielt.

Und das, hol' mich der, ſo, daß ich mich zwanzig Jahre jünger fühle. Wenn es etwas mit

Carl wäre, ſo ſollteſt Du ihn zum Manne haben;