„Und jetzt, Ebba, ſind wir ja Freunde?“ Carl beugte ſich über den Rahmen.
„Ja, aufrichtige und wahre Freunde.“ Ebba lächelte mild.
„Gib mir Deine Hand darauf.“
„Von Herzen gern.“
Ebba reichte ihm die Hand.
S
Einige Tage darauf reiste der Capitain nach der Hauptſtadt.
Eines Abends kurz vor Weihnachten, als die Obriſtin in ihrer Berathung mit der Haushälterin und der weiblichen Bedienung im Begriffe war, die gewöhnliche Ordnung von oben nach unten zu kehren, um Alles bis zu den Feiertagen in Ordnung zu be⸗ kommen— ſaß Ebba in einem kleinen Cabinet und nähte fleißig am Rahmen an einem Weihnachtsgeſchenk für den Obriſt; Marie hatte ſich wegen eines ſolchen Geheimniſſes eingeſchloſſen. Max lag auf einem Sopha im Salon und ſpielte mit Eduard. Der Obriſt war mit dem Lieutenant nach der Stadt gereist, um, wie er ſich ausdrückte,„das verdammte Scheuern“ los zu werden.— Der Rittmeiſter war den ganzen Tag herumgeſtreift, ohne irgendwo gut empfangen zu wer⸗ den; denn überall war er im Wege und die Obriſtin hatte in der Eile die Aeußerung gethan:
„Du lieber Gott! Carl, Du hätteſt klug daran gethan, wenn Du auch nach der Stadt gereist wäreſt.“
Die Uhr war ungefähr ſechs, als er die Thüre zum Cabinet öffnete, in welchem Ebba ſaß und arbeitete. Er fragte:
„Iſt es wohl erlaubt, einzutreten.“


