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Mathilde oder Ein gefallsüchtiges Weib : Novelle / von Marie Sophie Schwartz : aus dem Schwedischen von Otto, gen. Reventlow
Entstehung
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vermuthlich für ein Weihnachtsgeſchenk beſtimmt iſt. In der einen Sophaecke hat Mar, rückwärts gelehnt, ſeinen Platz. Er betrachtet mit gedankenvollen und zärtlichen Blicken den kleinen Eduard, welcher an der unbeſetzten Tiſchecke ſitzt und in einem Buche lieſt. Marie ſitzt auf einem Stuhle neben Max und arbei⸗ tet an einer Perlſtickerei. Weiter weg im Salon hat Ebba vor einem großen Rahmen Platz genommen und iſt damit beſchäftigt ganz keck und unmittelbar nach dem Muſter einen ſtattlichen Reiter auf das Tuch zu übertragen. Capitain Stuart und der Rittmeiſter haben ſich am Divantiſch niedergelaſſen.

In dem Zimmer nebenbei iſt der Oberſt in einer Whiſtpartie mit dem Lieutenant und ein paar andern Herren begriffen.

Ein lebhaftes Geſpräch iſt zwiſchen der Obriſtin und Stuart über einen Doctor K. im Gange, der ſich erſt von ſeiner Frau geſchieden und ſie jetzt nach einigen Jahren wieder gefreit hätte.

Wie iſt es möglich eine ſolche inconſequente Handlung zu vertheidigen? ſagte die Obriſtin etwas heftig,finden ſie denn nicht, daß es eine Beleidigung gegen ſeine geſchiedene Frau iſt. Nachdem er ſich wegen einer Anderen von ihr frei gemacht und dann auch dieſe ſatt bekommen, wagt er es, ihr wieder an⸗ zubieten einen Namen anzunehmen, den er ihr einmal genommen.

Aber gerade, daß er ſie wieder freit, beweiſt, daß er jetzt ihren höheren und hervorragenderen Werth einſieht. Er giebt ihr ja dadurch, daß er ſeinen Miß⸗ griff anerkennt, den unumſtößlichſten Beweis ſeiner Achtung.

Dieſe Achtung müßte ihn im Gegentheil abge⸗ halten haben ihr Herz mit ſo verletzenden Erinne⸗