203
einreihigen und finſteren Gedanken zu verſcheuchen ſuchte, welche ihn bisweilen beherrſchten.
Als der Winter heranbrach, hatte das Leben auf Ljungſtahof wieder ſeinen gewohnten Gang genommen. Die Einzige, die nicht vollkommen gleich blieb, war Ebba. Ihr lebensfriſches Gemüth war freilich daſſelbe, aber über ihre Fröhlichkeit hatte ſich ein Schatten von Wehmuth gelagert und ihr munteres, wohltönendes Lochen erſchallte jetzt ſelten. Man überraſchte ſie oft, wie ſie gedankenvoll uud träumend mit Thränen in den Augen da ſaß.
Der Rittmeiſter war am Tage nach der Erzäh⸗ lung Stuarts nach der Hauptſtadt gereiſt, um ſeinen Bruder zu holen. Nach ſeiner Rücktehr aus Stock⸗ holm wich er eher Ebba aus, als daß er ſie aufſuchte.
Er hatte gänzlich mit ſeinen Ausfällen gegen die
Frauenzimmer aufgehört. Er bewies auch Marie eine
herzliche Aufmerkſamkeit und pries die Sorgfalt, die ſie gegen ſeinen Bruder an den Tag legte.
Der Capitain Stuart pflog als Nachbar häufig Umgang mit der Familie des Oberſten. Daß er mit Ebba verheirathet geweſen, wußte wohl Niemand außer Marie und der Rittmeiſter.
Nach dieſer Auseinanderſetzung verſetzen wir uns an einem Decemberabend in das gewöhnliche Unter⸗ haltungszimmer in den blauen Salon auf Ljungſta⸗ hof, wo wir wieder Alle verſammelt antreffen.
Die Obriſtin ſitzt im Sopha vor einem großen Divantiſch, der mit farbigen Garnſorten bedeckt war. Sie beſchäftigt ſich mit einer zierlichen Stickerei, die
„


