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Mathilde oder Ein gefallsüchtiges Weib : Novelle / von Marie Sophie Schwartz : aus dem Schwedischen von Otto, gen. Reventlow
Entstehung
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Dieſe Mittheilung war ſeine letzte vernünftige Unter⸗ redung, denn ſpäter verwirrte ſich ſein Verſtand immer mehr und mehr. Der einzige Gedanke, der ihm klar vorſchwebte, war ſein feſter Entſchluß, von ſeiner Frau geſchieden zu werden.

Aber fahren Sie fort mein Herr, obgleich dieſe Erinnerungen ſehr bitter ſind.

Ich übergehe Mathildas Zorn, nachdem ihr Mann ſie verlaſſen hatte; dieſer Zorn kehrte ſich ge⸗ gen mich. Sie ſagte mir, daß dieſe Scheidung, an welcher ich Schuld ſei, nie ſtattfinden, daß ſie nie da⸗ rauf eingehen werde. Sie brach in die heftigſten Vorwürfe aus, welche nur meinen brennenden Haß ſteigerten, denn je öſter ſie wiederholte, daß ſie ſich nur zum Zeitvertreib mit mir beſchäftigt und unſeren Briefwechſel unterhalten, daß ſie mich ferner lächer⸗ lich und verächtlich gefunden, aber aus Neugierde hätte ſehen wollen, wie weit ich in meiner Toll⸗ heit käme; deſto entſetzlicher erfaßte mich bis in meine innerſte Seele das Verlangen, ihr zu ſchaden, und ich verließ ſie mit dem Verſprechen, ihrem Manne Mittel an die Hand zu geben, um ſie zu der Scheidung zu wingen, welche ſie ſo ſehr fürchtete. Unter dem Eir⸗ fluß dieſes Gefühls kehrte ich in meine Wohnung zu⸗ rück, wo ich aus meiner Reiſechatulle Mathildas Briefe herausnahm, welche ich verſiegelte und an ihren Mann addreſſirte.

Es war in der That, ſagte Carl,durch dieſe Briefe, daß er ſie zur Scheidung zwang, denn er drohte ihr, falls ſie nicht auf ſeine Wünſche einginge, dieſelben an ihren Vater zu ſchicken.

Sie haben ſie alſo geleſen?

Nein, mein Herr, mein Bruder übergab ſie Mathilda, nachdem ſie in die Auflöſung gewilligt, und