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Mathilde oder Ein gefallsüchtiges Weib : Novelle / von Marie Sophie Schwartz : aus dem Schwedischen von Otto, gen. Reventlow
Entstehung
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geſchah es aus verletztem Stolze. Zurück Mar! ſo⸗ wohl Du wie dieſer Narr ſind gleich toll, daß Ihr Euch habt einbilden können meine Liebe zu beſitzen.

Ihr Bruder ſtieß ein wildes Gelächter aus, führte die geballte Hand mit dem Ausdruck eines Wahnſinnigen nach der Stirne, worauf er ſich an mich mit einer Bewegung wandte, als wollte er mir einen ſchimpflichen Schlag verſetzen; er hielt aber inne und ließ den Arm niederſinken. Er trat mir einen Schritt näher und ſagte mit dumpfer Stimme:

Mein Herr, lieben Sie wirklich dieſes elende

Weib?

Ich habe ſie geliebt, als ich ſie frei glaubte, gab ich zur Antwort.

Sie ſollen ſie erhalten, ſie iſt gerade Ihrer würdig. Ich laſſe mich von ihr ſcheiden und ſie be⸗ kommt dann ihre Freiheit wieder.

Nachdem er das geſagt, wandte er ſich nach der Thüre, um hinauszugehen. Mathilda, welche wahr⸗ ſcheinlich gewohnt war, mit ſeinen Gefühlen zu ſpie⸗ len und ihn bisher als ihren willenloſen Sklaven vor ſich geſehen hatte, ſchien bei ſeinen Worten beſtürzt und rief:

Was war es, das Du ſagteſt, Mar?

Ich ſagte, meine Gnädige, daß wir geſchieden werden, antwortete er in feſtem und beſtimmten Tone und wandte ſich an ſie; ein leichter Schauer ging durch ſeinen Körper, als ſeine Blicke auf das ſchöne Weib fielen, das er im Begriff ſtund zu verſtoßen.

Mathilda ergriff erſchrocken ſeine Hand und ſagte in einem flehenden und bezaubernden Tone: Unmöglich, ich bin ja unſchuldig, Max, ich habe ja nie meine Treue gegen Dich gebrochen, Du haſt mir nichts vorzuwerfen, Du kannſt meinen Namen