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Mathilde oder Ein gefallsüchtiges Weib : Novelle / von Marie Sophie Schwartz : aus dem Schwedischen von Otto, gen. Reventlow
Entstehung
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glaubte, über welche ich ebenſo erröthete wie über die Phantaſien eines Thoren. Was hat Ihnen denn Anlaß gegeben auf eine ſolche Weiſe meine Zuneigung zu überſchätzen und darauf Ihre ſonderbaren Hoffnun⸗ gen zu gründen? Wiſſen Sie nicht, daß ich ſeit ſechs Monaten verheirathet bin?

Mathilda Eldner, geb. Renner. Piſa, den 18. Juni 1845.

Ah! rief der Rittmeiſter,Mathilda war ſchon damals die Frau meines unglücklichen Bruders. Ja, und er ſollte das Opfer meiner Rache werden, murmelte der Capitain. Jeder Verſuch meine Gefühle zu ſchildern, wäre ein vergeblicher. Sie hatte dadurch, daß ſie meine Thorheit aufmunterte und nährte mich zuin Henker des Weibes gemacht, welches mich wirklich liebte. Ich hatte, durch ihre zauberiſchen orte und durch die Hoffnung welche ſie in mir zün⸗ deten, meine Pflichten mit Füßen getreten, das Herz meiner Gattin zerriſſen, und die heiligſte aller Ver⸗ bindungen gebrochen; und alles dies hatte ich gethan, weil ſie mir zu verſtehen gegeben hatte, daß ſie mich, falls ich frei wäre, geliebt haben würde. Während ich für ihren Beſitz Ehre und Gewiſſen opferte, ver⸗ band ſie ſich mit dem Manne, von dem ſie mir ge⸗ ſagt, daß ſie ihn weder liebe noch zu heirathen be⸗ abſichtige und dieß, obgleich ihre Briefe mir ein ganzes Jahr lang allen Anlaß zu Hoffnungen gaben. In einigen Stunden war meine Abreiſe beſchloſſen und in Ordnung. Kochend vor Raſerei und von mei⸗ nem leidenſchaftiichen Rachedurſt gereizt, reiſte ich Tag und Nacht, um bald nach Piſa zu kommen. Bei meiner Ankunft dort erkundigte ich mich ſofort darnach, Schwartz, Matyilda. 13