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Mathilde oder Ein gefallsüchtiges Weib : Novelle / von Marie Sophie Schwartz : aus dem Schwedischen von Otto, gen. Reventlow
Entstehung
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Phraſe oder einem verfeinerten Ausdruck der Coquet⸗ terie, der nur Oel in das Feuer goß, das mich ver⸗ zehrte. Ich hatte nicht mit einem einzigen Worte meine Eheſcheidung erwähnt, weil ich befürchtete ihr, wie ich glaubte, feinfühlendes Herz zu verletzen; aber gleich nachdem das Geſetz mir die Freiheit wieder ge⸗ ſchenkt, ſchrieb ich an Mathilda, daß ich jetzt voll⸗ kommen frei ſei, daß ich ihr mein Leben zu Füßen lege, und daß ich gerade im Begriff ſtände eine Reiſe zu ihr anzutreten. So ſtanden die Sachen, als ich eine Antwort von ihr erhielt, die mich wie ein Don⸗ nerſchlag traf.

Stuart preßte in Raſerei die Lippen zuſammen und rief:

Bei der Erinnerung an dieſen Schmerz und an all das Böſe, das ſie mir gethan, empfinde ich einen ver⸗ zehrenden Haß gegen dieſes herzloſe Weib, welches von elender Gefallſucht geleitet mit den heiligſten In⸗ und der heftigſten Leidenſchaft ihr Spiel ge⸗ rieben.

Aber dir Brief, was enthielt der? fragte der Rittmeiſter.

Folgende Worte:

Mein Couſin!

Ich begreife wahrlich Ihren letzten Brief nicht. Sie ſprechen von einer Scheidung von Ebba, wie von Etwas, das Sie berechtigte auf meine Hand zu rech⸗ nen; aber mein Gott, woran denken Sie denn? Habe ich denn durch ein einziges Wort Anlaß zu dem Glauben gegeben, daß mein Gefühl für ſie etwas an⸗ deres ſei, als die Freundſchaft und das Wohlwollen eines nahen Anverwandten? Habe ich im Gegentheil nicht tauſend Mal geſagt, daß ich nicht an Ihre Liebe