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Mathilde oder Ein gefallsüchtiges Weib : Novelle / von Marie Sophie Schwartz : aus dem Schwedischen von Otto, gen. Reventlow
Entstehung
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mich unter der Bedingung zum Erben gemacht, daß ich ſeinen Namen annehmen und Abſchied vom Kriegs⸗ dienſt nehmen ſolle. Ich ſchrieb dann an Cbba, welche während unſerer Eheſcheidung ſich auf einem kleinen Gute in der Nähe von London, welches dem Grafen Hjelm gehört hatte, aufhielt, und bat ſie, an mich ohne Abſcheu und Haß zu denken. Zugleich machte ich ihr den Vorſchlag, daß ſie ſich als Wittwe ausgeben ſollte, weil es, nachdem ich den Namen Stuart angenommen, keinen Capitain Brandis mehr gebe. Ich bat ſie auch meines Glückes und der Mög⸗ lichteit wegen, in den Beſitz von Mathilda zu gelangen darum, da der Vater derſelben gewiß ſeiné Ein⸗ willigung zu einer Ehe zwiſchen Ebba's geſchiedenem Manne und ſeiner Tochter verſagen würde. Auf die Einwilligung und auf das Schweigen der gegen Mathilda ſo nachſichtigen Mutter hoffte ich immer rechnen zu können. Am Tage nach der Abſendung meines Briefes erhielt ich einen Beſuch von Ebba. Sie trug tiefe Trauer für ihren Pflegevater.

Ein Jahr war ſeit unſerer Rückkehr nach London verfloßen. Ich würde kaum im Stande geweſen ſein, ſie wieder zu erkennen, ſo ſehr hatte ſie ſich während der Zeit geändert, die wir uns nicht geſehen hatten, wenn nicht der milde, ſeelenwolle Blick derſelbe ge⸗ weſen wäre. Gerührt ſprach ſie:

Ich komme, Tom, um Dir ein ewiges Lebewohl zu ſagen. Wir ſind jetzt ein Paar Fremde für ein⸗ ander; aber bevor wir einandex dieſes lange Lebewohl ſagen, will ich Dir ſagen, daß mein Herz weder Haß gegen Dich hegt, noch je hegen kann, gegen Dich, welchen ich ſo grenzenlos geliebt, ſondern, daß ich Dir von ganzer Seele ein wirkliches und dauern⸗ des Glück wünſche. Auch wünſchte ich Dir zu